von Jörg Streese

Wiedermal ein überaus überraschender Segelanfang in Lettland - Saling kommt runter

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Published on Juni 8th, 2023 @ 09:44:00 , using 838 words,
Wiedermal ein überaus überraschender Segelanfang in Lettland - Saling kommt runter

Wiedermal ein überaus überraschender Segelanfang in Lettland - Saling kommt runter

Der Wetterbericht DWD meldete für Sonntag den 04. 06. N 3-4 in Böen 5, ab Montag dann allerdings bis Donnerstag südliche Winde - und das ging gar nicht, weil ich Südkurs habe. Also musste ich am Sonntag los.
Um 12:00 hatte ich die Leinen los, bei dem Kurs würde ich nur mit der Fock (20 qm) segeln. Das Wetter war gut, Sonne mit einigen dunkleren tiefliegenden Böenwolken.
Es war kalt, der Wind kam aus dem eisigen Norden und hatte in den Böen Biss und meine Schlechtwetterjacke musste ihren Dienst tun.
Bei direkt achterlichem Wind funktionieren die Windsteueranlagen nicht und ich musste an die Pinne.
4 - 5 Stunden rechnete ich für die knapp 20 sm, weil ich bei 4 BF um die 5 kn segel.

Ich dachte ich würde etwas Schwierigkeiten haben, von der Pier wegzukommen, denn direkt vor mir lag ein dicker, breiter Zweimaster und ich hatte Strom von achtern.
Ich zog mich mit der Achterleine weiter nach hinten, aber bald merkte ich, hier wurde es flach, ich hatte leichte Grundberührung, was hier aber kein Problem ist, weil es sich um Sandboden handelt.
Dann mich mittseitig abgestoßen - und bis diese leichte Strömung mein 5-Tonnen-Schiff in Bewegung setzt, bin ich schon in der Mitte des Fahrwassers.
Unmittelbar nach dem Verlassen der beiden Molenköpfe setzte ich die Fock - was merkwürdigerweise nur mit der Winsch ging, was ich mir überhaupt nicht erklären konnte. Später wurde dann klar warum: ich hatte natürlich für die Nacht den Fockfall zur Topwant abgespannt - und heute morgen vergessen, diese Abspannung wieder zu lösen. KLar - das ging dann nur mit der Winsch. Blöde.

Ich hatte meinen Kurs etwa an der 10-Meter-Linie ausgerichtet, weil es hier einige Untiefen von nur 2 Metern gibt, die bei Wellengang unangenehm werden können. Und um die gut landseitig liegen zu lassen, hatte ich mir die 10-Meter-Linie ausgeguckt, da ich dann einen geraden Kurs laufen konnte.
Na ja, ich schaukelte mich langsam in den Seegang ein, um 13:00 Uhr wurden die Wolken über mir dunkler und ich merkte die Böen, die Miss Sophie auf 7 kn Geschwindigkeit brachten - 5 Tonnen, Knickspannter, 20 qm-Fock - also da war Musik drin.

Langsam baute sich auch Seegang auf und das Steuern wurde anstrengender, weil ich den Wind direkt von achtern bekam und die Fock auf dem Kurs nur unter Last halten konnte, wenn ich den Kurs bis zum Letzten ausreizen musste, also direkt vor dem Wind - die jetzt höher werdenden Wellen mich aber immer wieder aus der Kurslinie brachten, weil ich sie aussteuern musste.

Aber es war herrliches Segeln - für meinen Geschmack für den ersten Törn nach einem halben Jahr Pause etwas zu viel, da hätte ich es für den Anfang gern etwas moderater gehabt. Aber das Wetter ist wie es ist. Und ich würde schnell ankommen.

Dachte ich.

Aber dann passierte es.

In einer Böe, die Miss Sophie kräftig auf die Luvseite legte, löste sich plötzlich die Luvsaling und kam zur Reling runter und die Luvwant schlackerte hin und her.

Ich war für einen Moment völlig verwirrt - dann aber kapierte ich die Situation und schmiss den Fockfall los, humpelte vorsichtig nach vorne, denn der Seegang war jetzt beachtlich und versuchte die Fock zu bändigen und an der Reling zu befestigen.

Damit war erstmal die größte Gefahr beseitig und ich schmiss den Motor an, der dann auch sofort problemlos losschnurrte und ich dankbar irgendwo nach oben schaute, dass ich mich mittlerweile wohl auf meinen vetus wirklich verlassen kann - obwohl er so wenig wie möglich von mir in Gebrauch genommen wird.

Ich lies ihn mit 1000 Umdrehungen laufen, damit komme ich bei dem achterlichen Wind auf 4 - 5 kn und ich konnte schon ersten Konturen der kleinen Stadt ausmachen.

Die Hafeneinfahrt ist hier ein Problem, weil sie versandet und man sich genau an die Tonnen halten muss - die waren aber nicht da. Hhhmmm.

Prompt hatte ich dann schon im Hafen Grundberührung - Sandboden, also kein Problem, ich war sehr langsam hier reingefahren , eben wegen der Untiefen - Rückwärtgang rein und ich war wieder frei.

An die Boje zu kommen war kein Problem, das beherrsche ich inzwischen problemlos, Karabinerhaken eingeklinkt und ich war erstmal an der Boje, dann aber lief das Gurtband nicht richtig ab, weil ich die Festsetzung der Rolle vergessen hatte zu lösen.

Aber ich hatte neben mir viel Platz, deshalb gehe ich gerne an solche Stellen, wo ich keine Nebenlieger habe, der Wind drückte mich von achtern Richtung Steg und ich konnte in Ruhe das Problem lösen.
15:30 war ich fest und sicher.
Wunderbar.
Jetzt erstmal runterkommen vom doch irgendwo vorhandenen Stress, denn in mir habe ich noch die vielen Situationen, wo mir im Hafen oder kurz davor der Motor versagte - wegen Dieselbakterien, wie ich erst Jahre später feststellen musste.
Und das hätte ich hier nicht gerne gehabt.

Flasch Bier und auf die schnelle Spaghettie mit ner schnell gemachten Soße aus Knoblauch, Zwiebeln, bischen Speck und ner kleinen Dose Tomaten und dann Essen.

Das war mal wieder ein Anfang.

Aber die Strecke Mersrags - Engure hat mich bisher jedes Mal mit einer seglerischen Überraschung versehen.

Ob das Charma hier....?

PS
Ich bekomme die mit meinem handy gemachten Fotos nicht auf das chromebook übertragen - weiß nicht warum - muss ich wohl später nachfolgen lassen.

 

Miss Sophie schwimmt

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Published on Mai 27th, 2023 @ 17:37:00 , using 149 words,
Miss Sophie schwimmt
Miss Sophie schwimmt


Der Freitrag war da und heute kommt Miss Sophie ins Wasser.

Dafür musste noch eine Menge getan werden. Die Leinen am Mast müssen klariert und geordnet werden. Eine mühselige Arbeit, weil bei jeder Leine muss die ganze Länge = 10 meter kontrolliert werden und auf 20 Leinen komme ich schon bei meinem Mast.
Der Wind hatte auf West gedreht und einige dunklere SWolken erschienen am Himmel und die Windstärken nahmen zu - dass sah nach einen lokalen Tiefdruckgebiet aus - aber es war nur die zaghafte Ankündigung. Das Schlechtwetter blieb aus und der Wind ging auf nord, kalt und bissig.

Aber Miss Sophie hing am Krahn und war ein paar Minuten später im Wasser.

Und was soll ich sagen - mir ging die Sprache abhanden: Drei Umdrehungen vom Anlasser und der Motor war da wie in ganz jungen Jahren. Wunderbar. Ein paar Minuten später lag Misss Sophie am Kai und wir waren wieder in unserem Element. 

Alles neu in diesem Jahr: Neue Batterien

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Published on Mai 27th, 2023 @ 17:27:00 , using 284 words,
Alles neu in diesem Jahr: Neue Batterien
Alles neu in diesem Jahr: Neue Batterien
Alles neu in diesem Jahr: Neue Batterien

Die zwei neuen Batterien bekommen ebenfalls neue Standflächen, weil sie größer als die alten sind. Dafür musste ich mein ganzes Werkzeugschap neu ordnen, weil alles nicht mehr passte.

Ich entdecke auf dem Deck des Vorschiffes Roststellen. Als ich anfange, sie aufzubrechen, werden es immer mehr und zum Schluss hahe ich eine Fläche von einem halben Quadratmeter freigelegt.
Es hilft nichts, also ran an die sache.
Mit er kleinen Flex habe ich mich vorsichtig an die Sache rangemacht. Ganz leicht, ohne Druck wische ich mit der Flex über die Roststellen und nach eiuner Stunde bin ich fertig:
Sprichwörtlich: Die ich bin fertig von der knieenden Haltung und der anstrengung, sorgfältig nur leicht ohne großen Druck zu arbeitn, aber die Sache ist auch erledigt.
Zweikomponentig gespachtelt und die nächsten drei Jahre habe ich hier vermutlich Ruhe.

Die zur Zeit flexibel stellbare Solarzelle bekommt einen festen Platz auf em Dach der Kajüte neben dem Dach des Schiebekuks. Sowas sieht so einfach aus, wenn es abaer in die Details geht, dauert es dann schon ein spaar Stunden.
Der Kränkungsmesser braucht einen Standort, aber wo ist noch in Sichtfeld der Skippers an der Pinne Platz?
Der wurde dann doch gefunden.
DEr Freitrag war da und heute kommt mIss Sophie ins Wasser. Dafür musste noch eine Menge getan werden. Die Leinen am Mast müssen klariert und geordnet werden. Eine mühselige Arbeit, weil bei jeder Leine muss die ganze Länge = 10 meter kontrolliert werden und auf 20 Leinen komme ich schon bei meinem Mast.
Der Wind hatte auf West getrehjt uind einige dunklere SWolken erschienen am Himmel und die Windstärklen nahmen zu - dass sah nach einen lokalen Tiefdruckgebiet aus - aber es war nur die zaghafte Ankündigung. Das Schlechtzwetter blieb aus und de rWind ging auf nord, kalt und bissi

24.05.2023 - Neuer wundervoller Sommer und alte Probleme

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Published on Mai 27th, 2023 @ 17:19:00 , using 96 words,
24.05.2023 - Neuer wundervoller Sommer und alte Probleme
24.05.2023 - Neuer wundervoller Sommer und alte Probleme

 

Das gradiose Wetter bleibt, wie es ist: blauer, wolkenloser Himmel, nachts kalt, aber tagsüber t-shirt-wetter.

Das alte Problem mit dem lecken Dieseltank unten im Kiel.

Das alte Problem mit dem Dieseltank, der irgendwo unten im Kiel eine Schweißnaht mit einem winzigen Leck hat und dieses Jahr soll dem Grauen entgültig der garaus gemacht werden.

Aigars wird für die Kielsegmente aus zweikomponentigem Epoxykunststoff Wannn fertigen, die perfekt in die Kielsegmente passen werden und die Seiten ebenfalls mit Epoxy ausfüllen.

Hier bereitet er gerade die Herstellung der Form vor.

Hier ist voll der Sommer am machen - und wie. 

 

 

 

 

07. - 15.05.2023 - Arbeit an und auf Miss Sophie

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Published on Mai 15th, 2023 @ 17:33:00 , using 166 words,
07. - 15.05.2023 - Arbeit an und auf Miss Sophie
07. - 15.05.2023 - Arbeit an und auf Miss Sophie
07. - 15.05.2023 - Arbeit an und auf Miss Sophie
07. - 15.05.2023 - Arbeit an und auf Miss Sophie

07. - 15.05.2023 - Arbeit an und auf Miss Sophie 

 

1030, E 2-3, wolkenloser Himmel, nachts bitterkalt, tagsüber t-shirt-wetter

 

Die vordere Kielsektion, dort, wo mein 'Kühlschrank' ist und die Reservekette und das Ankergewicht gelagert werden, hat Aigars schon im Winter dieselresistent mit einer Kunststoffwanne ausgefüllt und mit flüssigem Kunststoff an den Seiten gegen Diesel abgedichtet.  

 

Alles was zur Küche gehört, erst einmal ausgeräumt, saubergemacht und wieder eingeräumt.

 

Beide Batterien sind ziemlich fertig, die Motorbatterie hat nur noch 60 % und die Gebrauchsbatterie hat nach Ladung nur noch 45 %, also müssen beide ausgetauscht werden. Leider recht teuer.

Die neue GPS-Antenne angeschlossen - der Plotter funktioniert wieder - wunderbar.

Den neuen zweiten traditionellen Kompass steuerbords vom Niedergang montiert.

 

Die Grätings beider Plichtbänke müssen neu lackiert werden.

Aigars gibt mir zwei wunderbar effektive Geräte dafür:

Einen Bandschleifer und einen Rotationsschleifer mit angeschlossener Absaugvorrichtung.

Beide Bänke sind in jeweils zwei Stunden bis aufs Holz (Teak) runter und dann gibt er mir den entsprechenden Lack dafür. 2x pro Tag, 3 Tage lang.

Also dann wisst ihr jetzt, was ich die Tage gemacht habe.






2023 - Auf dem Weg zu Miss Sophie: Strahlend blauer wolkenloser Himmel empfängt mich in Riga

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Published on Mai 15th, 2023 @ 17:03:00 , using 627 words,
2023 - Auf dem Weg zu Miss Sophie: Strahlend blauer wolkenloser Himmel empfängt mich in Riga
2023 - Auf dem Weg zu Miss Sophie: Strahlend blauer wolkenloser Himmel empfängt mich in Riga

Miss Sophie o4.05.2023

 

Strahlend blauer wolkenloser Himmel empfängt mich in Riga

 

Am Donnerstag den 04.05. steige ich nachmittags in den ecolines-Bus nach Riga ein.

Es ist warm in Bremen, seit drei Wochen ist der Frühling da. Wie wird es wohl in Lettland sein?

 

In Berlin wird der Bus richtig voll, kein Platz mehr frei, polnische Mitreisende, die vermutlich alle in Warschau aussteigen werden.

Aber wenn auch der Nachbarplatz besetzt ist, wird es in der Nacht mit Schlafen nicht so richtig was bei mir - das geht manchen Mitreisenden anders, die schnorcheln auch in ausgesprochen unbequemen Körperhaltungen.

Ich hatte mir ein Buch mitgenommen, das nach ein paar Seiten mich schon in Bremen gepackt hatte - nein nein, kein Thriller, eher ein Jugendbuch - aber richtig gute anspruchsvolle Jugendbücher sind im Grunde genommen keine Jugendbücher, sondern gute Bücher, deren Inhalt nun halt Jugendliche sind. 

Ewald Arenz: Der Große Sommer.

 

Ich werde in den nächsten Tagen etwas ausführlicher auf das Buch eingehen, weil es mich sehr beschäftigt - immer noch - aus sehr unterschiedlichen Motiven.

 

Auf dem Weg nach Warschau bricht der Himmel vollkommen auf und strahlend blauer Himmel begleitet uns und hält bis heute an, das sind jetzt volle 10 Tage, wo ich nicht eine Wolke am Himmel gesehen habe.

Grandios.

 

In Riga komme ich leider immer so spät an, dass der letzte Bus nach Mersrags, wo mein Schiff in der Werft liegt, schon lange weg ist, wenn ich ankomme.

Also ein billiges backpacker-hostel.

Mein bisheriges biete mir jetz immer ein ganzes Zimmer für 60 EUR an, aber das will ich gar nicht - für mich geht auch ein 6-Bett-Zimmer für ein Drittel des Preises, denn ich will dort lediglich eine Nacht schlafen.

Das vom letzten Jahr scheint es nicht mehr zu geben.

Also nach einem neuen gesucht.

Im internet finde ich das RIX-Hostel, noch näher am Busbahnhof - vielleicht 1 km.

Lange stehe ich vor dem Haus Nr.1, aber draußen kein Hinweis auf die Herberge.

Aber das kenne ich schon - also den Code für die Tür ausprobiert und ich war erstmal im Haus drin.

Das war schon mal ok.

  1. Stock, als ich mich nach einer Klingel an der Tür umschaue, finde ich keine und wollte schon klopfen, als sich die Tür öffnet und eine junge Frau herausommt.

Zimmer jugendherbergsmäßig mit Doppelstockbetten, aber sauber und ok.

Mein Bett war bezogen, mich etwas frisch gemacht und mich mit besagten sog. Jugendbuch in das Zimmer verzogen, die anderen waren noch nicht da und vermutlich dabei, Riga unsicher zu machen.

Aber ich hatte noch eine Flasche Bier besorgt und ein Hartwürstchen und damit machte ich es auf dem einzigen Stuhl im Raum bequem - sofern das möglich war - Beine hoch ist ja auch schon was.

Als Bier und Wurst weg waren, kroch ich ins Bett, denn gestern Nacht im Bus hatte ich keine 2 Stunden dösen können.

Morgens um 7 dann war ich wach, frisch gemacht und machte mich auf zum Weg zum Bus, ebenfalls der Busbahnhof, also nicht weit.

Das dortige Cafe war leider geschlossen, etwas anderes in der näheren Umgebung kannte ich nicht oder gab es nicht, also habe ich mich zur Bus-Station 4 aufgemacht, dort gibt es zumindest ein paar Bänke zum Sitzen. Den 40-Kg-Rucksack geschultert, den ich in dem Reisegepäck- Tresor geparkt hatte, Stunde 1 EUR, und dort hingewankt.

Es war richtig kalt. Saukalt.

Aber ich konnte sitzen, die Sonne war schon richtig hoch, geht ja auch schon um 4:30 auf, und entfaltete richtig Wärme, nur alle steinernen, metallischen Gegenstände brauchen Zeit, bis sie sich wieder erwärmen, denn die Nächte hier geht die Temperatur noch runter auf manchmal 5 Grad.

 

Zwei Stunden später war ich in Mersrags auf Miss Sophie.

 

Die Pflanzenwelt ist seit vielleicht einer oder maximal zwei Wochen aufgewacht, alles ist im frischesten Grün, was man sich denken kann und der wolkenlose Himmel strahlt einen einfach nur so an.

 

Besser kann man nicht ankommen.




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Bei anständigem kalten Wind zurück nach Mersrags

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Published on Oktober 5th, 2022 @ 21:01:00 , using 451 words,
Bei anständigem kalten Wind zurück nach Mersrags
Bei anständigem kalten Wind zurück nach Mersrags
Bei anständigem kalten Wind zurück nach Mersrags
Bei anständigem kalten Wind zurück nach Mersrags
Bei anständigem kalten Wind zurück nach Mersrags

23.09.2022 - Törn Engure - Mersrags

Also diese Wetterkarten versprechen ein stabiles

Wettergeschehen zumindest für mein Areal,

aber ansonsten ist da oben schon ne 

Menge los und zwar sehr großflächig.

Und da der Wind sehr kalt ist, werde ich mich

richtig einmummeln: Unterwäsche, Fleece

und darüber meinen Helly-Hansen-Overall,

der innen mit einer dicken Schaumschicht 

ausgestattet ist, die mich im Wasser

auftreiben lässt. Und die ist vor allem

auch richtig warm.

So richtig schnell bewegen kann man sich

mit in einer solchen Bekleidung nicht,

man fühlt sich eher wie eine Mettwurst

und hat die Bewegungen eines Teddybärs.

Egal. Hauptsache man friert nicht an

der Pinne.

Südliche, vielleicht auch südwestliche

Winde um 3 - das ist sehr ok, blöd wäre

es, wenn er richtig nach Westen gehen

sollte, dann hätte ich ihn zum Schluss gegen an.

Egal, mein Kurs ist nord-nord-west und selbst

wenn es spitz gegen an gehen sollte - na, das

ist das eben so.

Das Wegkommen vom Steg und von der Boje klappte

reibungslos, ich hatte entschieden, wenn der

Wind eh achterlich kommt, nur die Fock zu nutzen,

die auch reibungslos nach oben ging und dann

war ich schon an der 10-Meter-Linie, die

meine Kursklinie werden sollte.

Ja, und dann  kam die Bordroutine:
In der linken Hand einen Knust Brot,

rechts die Pinne, ein Blick rauf zum 

Verklicker, ein Blick auf die Fock, ein 

Blick auf den Kompass, ein Blick auf das GPS,

wo die Kurslinie mitgeplottet wird,

ein Blick auf das Echolot, ein Schluck

Tee aus der Thermoskanne  - und alles

beginnt wieder von vorn.

Dann kamen irgendwann die beiden Windräder

ganz klein am Horizont in Sicht, die eine

gute Landmarke für Mersrags sind, der Wind

wurde etwas stärker, wir segelten um die 4 kn

ich fing langsam an zu überlegen, ob ich

die Fock noch in der Ansteuerung runter nehme

oder erst im Holzhafen, entschied mich, es

im Holzhafen zu machen und langsam freute ich

mich auf mein warmes Essen, was mich im Hafen

erwarten würde - es stand schon auf dem Feuer.

Im Hafen hatte ich dann ein Problem.

Die neue Kaimauer gegenüber ist für große

Schiffe gemacht, die mindestens vier Meter

über der Wasserlinie ihre Bordwand haben.

Da habe ich Schwierigkeiten, meine Leinen

festzumachen - geschweige denn von Bord zu kommen.

Dann gibt es noch ein kleines Stück der Kaimauer,

die sehr viel niedriger ist, da ist es

allerdings sehr flach.

Ich hatte beim Ansteuern auch ganz kurz

eine leichte Grundberührung, die aber

problemlos ist, weil es weicher Sand ist.

Ich war fest, das Schiff gut vertaut und

ich konnte mich an mein Essen machen.

 

Die nächsten Tage das Schiff grundsäubern,

Lebensmittel aussortieren und alles

Winterfest machen.

Tja, und das wars dann für dieses Jahr.

Seglerisch nicht so toll, aber dafür

haben wir ja andere Dinge auf dem Zettel.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

kalt - kein schönes Wetter - ich will langsam zurück

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Published on Oktober 5th, 2022 @ 19:22:00 , using 130 words,
kalt - kein schönes Wetter - ich will langsam zurück

Dienstag, 12.09.2022 Engure

Jetzt, wo ich mich wieder auf meinen Motor

verlassen kann, werde ich meine Rückreise 

nach Deutschland vorverlegen.

Eigentlich hatte ich geplant, erst

Anfang Oktober zurück zu kehren,

aber es haben sich ein paar Dinge ereignet,

dass ich sicherheitshalber noch

mehr Zeit für die Fertigstellung meines

Filmes brauche und ich jetzt die 

erste windmäßige Gelegenheit nutzen 

will, zurück nach Mersrags zu segeln.

Dazu brauche ich den richtigen Wind,

weil bis auf den Kompass und das Echolot

im Moment alle anderen Navi-Geräte

nicht funktionieren.

Und es wird auch immer kälter.

Um noch einen Zeitpuffer dafür zu haben, 

will ich den Bus nach Bremen in Riga am

29.09. nehmen.

Das Wetter ist nicht richtig schlecht,

aber auch nicht richtig gut - und wie

gesagt, richtig kalt.

Also werde ich mich richtig einmummeln 

müssen.

 

 

Auch Blinde finden mal....

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Published on Oktober 5th, 2022 @ 16:38:00 , using 213 words,
Auch Blinde finden mal....
Auch Blinde finden mal....

Sonntag 10.09.2022 Engure

Am WE war relativ gutes Wetter und ich habe mich

entschlossen, noch einmal selbst nach dem Ort

dieser Schraube zu suchen.

Langsam lasse ich meine  Augen über die hintere

Seite des Motors wandern. Wirklich in jede Ecke

kann ich nicht gucken, weil der Motor ja in

der Motorluke steht und neben beiden Seiten 

vielleicht noch 10 cm Platz ist und sehr tief 

kann ich mich auch nicht bücken, weil nach

vorn und nach hinten kein Platz dafür ist.

Da sehe ich da ein kleines schwarzes Loch,

an der Motorwand, in der Nähe des Luftfilters.

Hhhmmmm, ein Loch sollte doch eigentlich nicht

in  einem Motorgehäuse sein.

Ich fühle nach, eindeutig ein Loch für eine

Schraube mit Gewinde.

Ich klaube mich aus dem Motorraum und hole

die Schraube - sie passt.

Whow!

Damit hatte ich nicht gerechnet.

Und nun wurde auch klar, wozu die Spitze

vorn an der Schraube ist: Sie passt in eine

entsprechende Vertiefung in dem Kunststoffstutzen

des Luftfilters, der in das Motorgehäuse geht.

Er soll ihn dort festhalten und verhindern, dass

er sich freirütteln kann.

Ich wühle mich noch einmal aus dem Motorluk

und angel aus meiner Werkzeugkiste eine Flüssigkeit,

die auf das Gewinde von Schrauben aufgebracht

wird und die sich unter Druck verfestigt und 

verhindert, dass sich Schrauben losrütteln.

Streese - gut gemacht.

 

 

 

 

vetus Bremen antwortet nicht

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Published on Oktober 2nd, 2022 @ 17:47:00 , using 258 words,
vetus Bremen antwortet nicht
Freitag, 08.09.2022

Es ist wirklich vertrackt:
vetus Bremen antwortet nicht auf meine mails, 
wohin möglicherweise die kleine Motorschraube
gehören könnte. Ohne das ich dieses weiß, möchte ich mich mit
dem Motor nicht in ernsthafte Situationen begeben. Ich werde wohl mit ihnen telefonieren müssen,
am Montag.

Eigentlich finde ich das ziemlich unverschämt.
So ein Bootsmotor ist ja nicht ein 12,50 EUR
Ding - und ich bin ziemlich sicher, dass einer
der Mechaniker dort auf einen Blick weiß,
wo die Schraube hingehört - denn mit dem
spitzen Ende ist sie eine Besonderheit.

Wenn aber eine Firma einen Kunden, der bei
ihnen für rund 10.000 EUR etwas gekauft hat,
so behandelt, dann mache ich das öffentlich. Die Sprechstundenhilfe, die gesagt hatte,
sie würden mich heute, Freitag anrufen,
ruft nicht an. Als ich mich auf den langen Weg
in die Praxis mache, ist die geschlossen - 
warum steht dort natürlich in lettisch. Aber Aigars ist am Nachmittag vorbeigekommen,
und wir haben besprochen, wie ich das Schiff
in Mersrags liegen lassen kann, damit ich
frühzeitig nach Bremen zurück fahren kann. Er hat mit dem Betreiber der gegenüberliegenden
Marina gesprochen - ich kann das Schiff dort
hinlegen. Und Aigars gibt mir richtig dicke Fender,
damit das Schiff gut abgefedert ist. Also, es lotet sich alles langsam wieder ein
bisschen ein. Aber der richtig warme sonnige Tag heute hat
dann doch am Abend noch eine kleine Trübung
bekommen: Die hohen Wolken zogen von links nach rechts
an mir vorrüber, wenn ich mich mit dem Rücken
zum Wind stelle: Wetterverschlechterung nach
dem Buy-Bulletschen Gesetz. Schaun wir mal, ob sich das Wetter nach diesem
Gesetz auch wirklich richtet.

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