von Jörg Streese

Törnbericht: Auf dem Weg von Dziwnow nach Kolobrzeg - 3. Teil

Written by:
Published on Juni 2nd, 2011 @ 15:32:23 , using 79 words,
Törnbericht:  Auf dem Weg von  Dziwnow nach Kolobrzeg - 3. Teil

 


 

Um 19:00 passiere ich die wirklich sehr schmale Einfahrt, die durch ehrfurchtserregende Wellenbrecher geschützt ist und an beiden Seiten riesige, mit dicken Gummi gepolsterte Leitdalben hat, weil hier wohl öfter durch quersetzende Wellen Schiffe an die Kaimauer gedrückt werden.


Der Yachthafen ist geschlossen und ich weiß nicht recht, wo ich festmachen kann. Ich entschließe mich, das vor der SAR-Station an die Kaimauer zu gehen, weil da schon eine polnische Yacht liegt.

Es gibt Spaghettie in Gorganzola-Sahne.

 

 

Törnbericht: Auf dem Weg von Dziwnow nach Kolobrzeg - 2. Teil

Written by:
Published on Juni 8th, 2011 @ 15:26:14 , using 142 words,
Törnbericht: Auf dem Weg von Dziwnow nach Kolobrzeg - 2. Teil
Törnbericht: Auf dem Weg von Dziwnow nach Kolobrzeg - 2. Teil

 

Ich zuzzel lange an den Segeln herum, bis ich MISS SOPHIE so habe, dass Gereral von Schneider, mein Pinnenpilot, das Schiff steuert und beschließe, morgen an den Segeln Windfäden anzubringen und mich mit mit der Aerodynamik des Segels noch einmal tiefer zu beschäftigen – und mein fehlender Windex, mein Windrichtungsanzeiger, vermisse ich sehr.


Um 12:00 geht der Wind auf W und mit achterlichem Wind funktioniert die Pinnensteuerung nicht mehr und ich muss von Hand steuern. Das ist auch aus dem Grund notwenig, weil die Altdünung immer noch mit ein bis eineinhalb Metern Höhe vorhanden ist und bei dem achterlichen Wind MISS SOPHIE anfängt zu geigen.


13:30 habe ich Niechorze querab.


Um 16:00 schläft der Wind so ein, dass ich keine 2 Kn Fahrt mehr mache und bei Dunkelheit in die schmale und sehr befahrene Hafeneinfahrt von Kolobrzeg will ich nicht. Also muss James wieder ran.

Tönbricht: Auf dem Weg von Dziwnow nach Kolobrzeg - 1. Teil

Written by:
Published on Juni 2nd, 2011 @ 15:03:11 , using 123 words,
Tönbricht:  Auf dem Weg von Dziwnow nach Kolobrzeg - 1. Teil
Tönbricht:  Auf dem Weg von Dziwnow nach Kolobrzeg - 1. Teil
Tönbricht:  Auf dem Weg von Dziwnow nach Kolobrzeg - 1. Teil

 

02_06_auf_dem_weg_nach_kolobrzeg


Morgens stehen immer noch brechende Wellen in der Einfahrt in den Seekanal und wir drei Boote, die heute rauswollen, beschließen, noch bis 10:00 zu warten, in der Hoffnung, dass sich der alte Seegang von gestern bis dahin noch weiter beruhigt.


Dann los. Ganz an die Steuerbordseite der Einfahrt halten, denn auf Backbord hat sich eine Sandbank gebildet, die zwei Kabellängen in die Ostsee führt. MISS SOPHIES Bug wird von den Brechern hochgerissen, um danach dann tief in das dahinterliegende Wellental einzutauchen, um danach wieder hochgerissen zu werden und das Spiel beginnt von neuem. Ich gehe mit James (mein Dieselmotor) auf 1800 Umdrehungen und ich komme mir vor wie beim Rodeoreiten - aber nach 15 Minuten ist es vorbei und ich kann auf Kurs gehen.

 

Unwetter in Dziwnow

Written by:
Published on Mai 31st, 2011 @ 15:27:26 , using 314 words,
Unwetter in Dziwnow
Unwetter in Dziwnow

„In allen Vorhersagegebieten ist in den folgenden 12 und 24 Stunden mit Starkwind oder Sturm zu rechnen.“

Für die südliche Ostsee NW 4- 6 mit schweren Schauer- und Gewitterböen. Hafentag.

Wolkenloser Himmel, es ist heiß, es riecht nach einem schweren Gewitter - Strandwanderung.

Um 19:30 geht es dann ganz schnell.

Im nordwesten zieht sich der Himmel zu, es wird schnell diesig und dann bricht das Unwetter los. Wolkenbruchartiger Regen, schwere Böen, es blitzt und donnert gewaltig und es heult in den Wanten und von den Bäumen kommen Äste runter. Gut in einem sicheren Hafen zu sein.

Um 21:30 geht ein zweites Gewitter über uns weg. Um 23:00 ist alles vorbei und Windstille.

Für Mittwoch ist NW 4-6 gemeldet ebenfalls mit Schauerböen.

Ich beschließe, das zu machen, was ich schon jahrelang vor mir herschiebe: meine Kajüte zu lackieren. Mein Vorgänger hat das Mahagoniholz matt gelassen und ich fühle mich darin wie in einem Mahagonisarg. Für mich muss sich das Licht der Petroleumlampe im Holzlack spiegeln, dann fühle ich mich unter Deck zu Hause. Also Kajüte ausräumen, Polster nach vorne, Instrumente und Taschen abschrauben und das Holz mit Nitroverdünnnung von Fettresten säubern und anrauhen. Dann Zeitungen auslegen und lackieren – eine Arbeit, die ich nicht gerne tue, weil bei mir meistens als erstes der Farbtopf umfällt, ich den Lack überall verklecker, mir der Pinsel ausrutscht und was sonst so noch alles passieren kann. Aber diesmal geht alles gut, ich bin gutgelaunt und merke plötzlich, dass ich doch streichen kann, wenn ich dabei ganz locker an die Sache herangehe. Nach 5 Stunden konzentrierter Arbeit bin ich mit der halben Kajüte fertig. Und ich auch.

Mein Nachbar und seine Frau laden mich zum Flunderessen ein, weil sie für 20 Sl (4 EUR) eine ganze Plastiktüte voll vom Fischer bekommen haben und sie unmöglich alle aufessen können. Ich bedanke mit mitgebrachtem Bier.

Abends geniesse ich die strahlende Kajüte.

Der Wetterbericht verspricht für morgen NW 4 auf West drehend. Das heißt morgen Kolobrzeg.

Peyser Bulle in Dziwow

Written by:
Published on Mai 31st, 2011 @ 11:46:12 , using 116 words,
Peyser Bulle in Dziwow
Peyser Bulle in Dziwow

Neben mir liegt der "Peyser Bulle", ein altes schoenes Holzschiff und auf ihm leben Franka und Matthias und wir freunden uns schnell an und ziehen abends los, was Essen und Trinken.

 

Die beiden lieben es ueber alles, auf ihrem Schiff zu leben und unterwegs zu sein.

Heute nun soll es fuer sie zurueck nach Moenkebude gehen, weil ihr 37 jaehriger Motor nicht mehr zuverlaessig arbeitet. Fuer mich sollte es weiter nach Stolberg gehen, aber der Wetterbericht um 06:40 sagte dann doch sehr viel frueher nordoestliche Winde an, und das ist genau die Richtung, in die ich muss.

Also gibt es heute einen Strandspaziergang, nach dem ich hier im Internetc@fe mein Tagebuch auf den neuesten Stand gebracht habe.

Dziwnow

Written by:
Published on Mai 30th, 2011 @ 11:47:15 , using 94 words,
Dziwnow

Ich habe den Verdacht, dass ich beim Tank den Diesel-Ruecklauf mit der Tank-Entlueftung verwechselt habe und versuche nun durch verschiedene Experimente dies zu erhaerten oder zu verwerfen. Ich komme zu dem Schluss, dass ich es verwechselt haben muss. Also die Schlaeuche austauschen. Das alles dauert einen  Tag. Und ich komme mit Diersel beklecjkert und schweissuebertroemt aus dem Schiffsinneren.

Hunger.

Der Hafen hier ist noch vollkommen gepraegt von den vielen Fischerbooten, nach deren Fang hier 5 - 8 Maenner und Frauen den Fisch aus den Netzen klauben und die Netze danach wieder in Struktur bringen.

 

 


 

Und noch eine Baustelle

Written by:
Published on Mai 28th, 2011 @ 11:23:51 , using 15 words,
Und noch eine Baustelle


Dann  habe ich auch noch die Roststellen auf dem Kajuetdach beseitigt und weiss gestrichen.

 

Swinouj'sie wird zur Baustelle

Written by:
Published on Mai 27th, 2011 @ 11:17:59 , using 39 words,
Swinouj'sie wird zur Baustelle


Um die Tage hier sinnvoll zu verbringen, beginne ich mein Vorschiff zu sanieren. Das steht schon seit langem an und jetzt nutze ich die Zeit hier. Farbe weg, Rost abschleifen, danach zweikomponentig Grundieren und danach mit Epoxyspachtel spachteln.

 

Swinouj'sie mit Starkwind

Written by:
Published on Mai 25th, 2011 @ 11:12:19 , using 29 words,
Swinouj'sie mit Starkwind


Bank. Friseur. Internetc@fe. Einkauf. Kochen.

 

Draussen fegen die Boen durch die Pappeln.

Das Baro pendelt im 6-Stunden-Rythmus um 10 Hektopascal rauf und runter.

Also die naechsten Tage hier abwarten.

Törnbericht: Swinouj'sie - Dziwnow

Written by:
Published on Mai 29th, 2011 @ 14:46:48 , using 428 words,
Törnbericht: Swinouj'sie - Dziwnow


Von Swinoujsie nach dem kleinen Hafen von Dziwnow

Angesagt waren bis 12:00 SW 5, Wellen zwischen 0,5 und 1,5 Metern.

Morgens um 04:30 klingelt der Wecker, 05:30 bin ich los, ich musste vorher noch den Autopiloten kompensieren, in dem ich mehrere Kreise fuhr, was in dem stillen Hafenbecken jetzt ganz gut ging.

Draussen machte ich dann den Fehler, dass ich erst das Großsegel setzte und danach die Fock, die bei dem direkt achterlich kommenden Wind sofort wieder einfiel, denn mein Karten-Kurs war 65 Grad. Also wieder runter mit dem Großsegel und dann zog die Fock auch prima mit 5 – 6 kn.

Langsam baute sich hinter mir eine See auf, deren Höhe ich nicht schätzen kann, aber einen Meter hatte sie in den größeren Gebilden. Jetzt fing MISS SOPHIE an zu geigen. So nennt man das, wenn achterliche Wellen das Heck des Schiffes anheben und beschleunigen und gleichzeitig damit etwas aus dem Kurs bringen und das Schiff jetzt den Wind etwas mehr von der Seite bekommt und versucht, nach Lee auszubrechen, wobei es sich nach Lee überlegt, wäghrend es direkt vor dem Wind aufrecht segelt. Dann muss kräftig gegengesteuert werden, und das Schiff legt sich nun auf die andere Seite – für viele ein Kotzkurs. Aber dieser Vorgang musste jetzt 4-5 Stunden betrieben werden, die ich brauchen würde, die 25 Seemeilen zwischen Swinoujsie und dem kleinen Fischerhafen Dziwnow abzusegeln.

Bei westlichen Winden und einer See ab einem Meter wird im nautischen Führer vor den brechenden Seen in und vor der Hafeneinfahrt wegen dem flach werdenden Wasser und vor den seitlich das Schiff versetzenden Seen gewarnt und es wird geraten, Vorsegel stehen zu lassen, den Niedergang zu verschließen und die Maschine mitlaufen zu lassen und dies nur mit Schiffen zu machen, die man zuverlässig kennt und mit denen man vertaut ist.

Entsprechend gepolt habe ich mich an die Hafeneinfahrt gemacht: vorher schon mal den Kurs 141° mit der Fock probiert, Peilung auf die achterliche Ansteuerungstonne genommen und dann rein in den Seekanal und Gas gegeben. Es war aber alles sehr handig und problemlos – nur es ist erstaunlich, wieviel Kraft in diesen ja nicht hohe Wellen sittzt, wenn sie einen seitlich anheben und die 5 Tonnen meines Schiffes spielend 3 Meter nach Lee versetzen.

Kurz an der Border-Guard längsseits gegangen, Schiffsname, Schiffsführer, letzter Hafen, wieviel Personen – und ich konnte in den Fischerhafen fahren.

Der allerdings ist gewöhnungsbedürftig: neben ca. 10 toten Enten und Möwen und vielen Fischkadavern arbeiten hier auch 15 Fischer mit ihren Booten und nehmen ihren Fisch aus. Hat aber Atmosphäre.

Der Ort selbst muss im Sommer brummen, denn der Strand ist lang und beliebt und ist als Bernsteinstrand bekannt.

 

1 ... 41 42 43 ...44 ... 46 ...48 ...49 50 51 ... 55

©2023 by Jörg Streese • KontaktHilfeForums software
Blog theme design by Andrew Hreschak